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TOTALPROTHESE      

Patienteninformation zum Verhalten nach Eingliederung von Totalprothesen


                                                              ACHTUNG !

auf was müssen wir achten:

 

Liebe Patientin, lieber Patient,

Endlich ist es soweit. Nach aufwendiger Behandlung, welch von Ihnen Geduld verlangt hat, ist die totalprothe-tische Arbeit fertig geworden. Wir sind überzeugt, dass die Arbeit in jeder Hinsicht Ihren Erwartungen ent-spricht.

Wenn Ihnen heute von Ihrem behandelnden Zahnarzt die neue Prothesen eingegliedert worden sind, so ist die Behandlung nicht abgeschlossen und es ist notwendig, einige wichtige Punkte zu kennen und zu beachten.


 

Der erste Tag / die Zeit der Gewöhnung

Gerade wenn Sie das erste Mal mit Prothesen versorgt werden, braucht es viel Zeit und Geduld, um mit diesen umgehen zu lernen. Unsere Wahrnehmung kann den neuen Zahnersatz zunächst als Fremdkörper empfinden und es bedarf einer sogenannten ‘Angewöhnungsphase', während deren sich Ihre Gewebe (Muskulatur, Schleimhäute, Zuge) an die neue Situation gewöhnen müssen. Neu anpassen müssen sich vor allem auch Ihre seit langem eingespielten Bewegungsmuster beim Kauen und Sprechen. Folgen Sie unseren Ratschlägen und lassen Sie sich nicht entmutigen.

Essen Sie am ersten Tag nur weiche, nicht-klebende Speisen. Kauen Sie langsam und gleichmässig, so dass Sie sich allmählich an den Gebrauch der Prothese und den Druck, der auf die Schleimhaut wirkt, gewöhnen können. Je mehr Zeit Sie sich für eine Mahlzeit nehmen, desto rascher werden Sie sich an die neuen Prothesen gewöhnen. Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn sich die Prothesen beim Kauen auf der Unterlange leicht bewegen.

Selten kann anfänglich eine vermehrte Speichelbildung und/oder ein Würgereiz auftreten. Beides lässt mit der Zeit nach. Es ist normal, dass nach dem ersten Tag schmerzende Stellen (Druckstellen) auftreten, deshalb werden Sie am Tag nach Einsetzen der Prothesen für eine Nachkontrolle einbestellt.

Die Oberkieferprothese

Im Normalfall bereitet die Oberkieferprothese keine Probleme. Es kann sein, dass Sie sich durch die Abdeckung des Gaumens beengt fühlen, das Sprechen erschwert ist, und ein Unsicherheitsgefühl wegen des Prothesenhaltes auftritt. Diese Probleme sind normal und gehören zur Ange-wöhnungsphase. Ihr Behandler muss von Ihnen darüber informiert werden, da er die Prothese gezielt verändern kann.

Die Unterkieferprothese

Unterkieferprothesen erfordern in den meisten Fällen mehr Geduld als Oberkieferprothesen, denn es dauert oft länger, bis man sich an sie gewöhnt hat. Insbesondere die Position der Zunge kann den Halt und die Lagestabilität der Prothese ungünstig beeinflussen. Sie müssen lernen mit der Zunge und der Wange die Prothese zu stabilisieren.

Wie verhalte ich mich beim Abbeissen und Essen?

Nehmen Sie am Anfang nicht zu grosse Bissen. Schneiden Sie sich kleine Stücke, die Sie zwischen die hinteren Zahnreihen schieben. Das Abbeissen harter Kost (z.B. eines Apfels) mit den vorderen Zähnen sollten Sie grundsätzlich vermeiden, um die darunterliegende Schleimhaut und den Knochen nicht übermässig zu belasten. Eine Zerstörung des Knochnkammes könnte die Folge sein.

Wie verhalte ich mich bei Sprechschwierigkeiten?

Üben Sie das Sprechen, indem Sie einen Artikel aus der Zeitung laut lesen und sich in einem Spiegel kontrollieren.

Wie verhalte ich mich bei Druckstellen?

Wenn Druckstellen (Schmerzen) unter der Prothesenbasis auftreten, muss Ihr Be­handler sofort informiert werden. Die Ursache für die Schmerzen muss ermittelt und die Druckstellen entfernt werden. Auf eine medikamentöse Beeinflussung der Druckstellen soll – solange die Ursache nicht entfernt ist – verzichtet werden.

Kleine Druckstellen sind leicht zu beheben, während bereits entzündlich veränderte Bereicht längere Zeit zum Abheilen benötigen. Nach etwa einer Woche sollten Sie sich nochmals zur Kontrolle bei Ihrem Zahnarzt vorstellen.

Ein ungenügendes Zusammenpassen der Prothesenzähne kann auch für Druckstellen verantwortlich sein. Eine Feinabstimmung des Bisses kann deshalb in den ersten Wochen nach der Eingliederung der neuen Prothesen notwendig werden (Nachregistierung bzw. Remontage). Den Termin dazu müssen Sie mit Ihrem Zahnarzt vereinbaren, da Sie aufgrund der labortechnischen Arbeitsschritte etwa einen halben Tag auf die Prothese verzichten müssen. Fürhen Sie nie selbständige Veränderungen an der Prothese durch.

Ist der Prothesenhalt beeinflussbar?

Falls Sie mit dem Prothesenhalt auch nach der Eingewöhnungsphase nicht zu­frie­den sind, teilen Sie dies Ihrem Zahnarzt mit. In vielen Fällen kann der Halt durch zusätzliche Massnahmen verbessert werden. Haftcreme und –pulver sind normalerweise nicht notwendig und sollen nur auf Empfehlung des Behandlers gezielt eingesetzt werden.

Wie muss ich die Prothese reinigen?

Reinigen Sie Ihre Prothesen täglich mit einer speziellen Prothesenbürste und einer alkalifreien Seife oder Zahnpasta. Spühlen Sie Ihre Prothesen nach jedem Essen mit Wasser gründlich ab. Die Prothesen sollen hierbei nahe dem Waschbeckenboden gehalten werden, um bei einem Ausrutschen keine Risse / Traktur der Prothese zu provozieren. Vregessen Sie nicht, auch den Gaumen und die Zunge mit einer weichen Zahnbürste gut zu reinigen bzw. zu massieren (Durchblutung), denn die Belagsbildung kann durch die Einnahme weicher Kost erhöht sein. Sie verhindern damit eine Entzündung und vor allem einem möglichen Pilzbefall der Schleimhaut.

Sollen Prothesen nur tags oder Tag und Nacht getragen werden?

Falls Sie es möchten, dürfen Sie die prothesen auch nachts im Munde eingesetzt belassen. Der Zahnarzt wird Ihnen eventuell empfehlen, die Prothesen nachts nicht zu tragen, damit sich die Schleimhäute von der täglichen Belastung erholen können und während einiger Stunden nicht abgedeckt sind. Reinigen Sie die Pro­these nach der Entfernung gut und bewahren Sie sie trocken auf. Obwohl durch die trockene Aufbewahrung die Gefahr besteht, dass der Prothesenkunststoff ‘austrocknet', ergibt sich bei diesem Vorgehen der Vorteil, dass Baktierien und Pilze auf der Prothesenoberflächte nicht überleben können.

Müssen Prothesen Nachkontrolliert werden?

Da sich der Kieferknochen im Laufe der Zeit durch Knochenabbauvorgänge verändern kann, ist es notwendig, regelmässig Ihren Zahnarzt aufzusuchen, damti er den Sitz und die Passform der Prothesen kontrolliert. Unter Umständen kann eine Unterfütterung oder gar Neuanfertigung der Prothese notwendig werden.

Der Erfolg der Therapie hängt wesentlich von Ihrer Mitarbeit ab. Dazu zählen neben den angesproche-nen Übungen, den täglichen Mundhygiene-Massnahmen auch die regelmässigen Kontrollen bei Ihrem Zahnarzt.

Beim Auftreten von Komplikationen wenden Sie sich an unsere Praxis (Tel. 0212 – 246 48 82). In den übrigen Zeiten sowie an Wochenenden und Feiertagen können Sie mich über Mobilphone 0532 – 293 72 83, erreichen. 

 


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