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SCHWANGERSCHAFT UND ZAHNMEDIZIN
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Die
hormonelle Veränderung
am Beginn der Schwangerschaft bewirkt eine Auflockerung des
Mundschleimhaut.
Das Zahnfleisch kann dadurch anschwellen und die schädigenden
Bakterienstoffwechselprodukte können so diesen wichtigen
Schutzwall des Körpers leichter passieren; zusätzlich können
besonders im zweiten Schwangerschafts-Drittel auch ein hormonell
bedingtes Wachsen von bestimmten Bakterien gefördert werden. Ein
vermehrtes Auftreten von Zahnfleischbluten ist die Folge (sog.
Schwangerschaftsgingivitis);
die Zähne werden aus Angst vor weiterem Bluten weniger geputzt,
es siedelen sich vermehrt Beläge (Plaque) an - die Grundlagen
für Karies und Zahnfleischerkrankungen sind geschaffen. Neuere
Untersuchungen belegen eindeutig einen engen Zusammenhang
zwischen Zahnfleischentzündungen und Frühgeburten.
Ebenso ist die werdende Mutter in den ersten
Schwangerschaftswochen häufig von Übelkeit (Emesis) befallen.
Eine gründliche Zahnreinigung wird als unangenehm empfunden.
Wiederholtes Erbrechen greift ebenfalls den Zahnschmelz an.
Unterstützt wird dieser Vorgang noch zusätzlich durch einen
verstärkt "sauren" Speichel zu Beginn der Schwangerschaft.
Ein regelmäßiger Zahnarztbesuch sollte alle 2-3 Monate erfolgen,
so können krankhafte Veränderungen an den Zähnen und dem
Zahnfleisch frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Umfangreichere Behandlungen sollten allerdings bis nach der
Geburt zurückgestellt werden.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist gerade in der Schwangerschaft
eine richtige Ernährung, da
sich vermehrte Zwischenmahlzeiten und eine Änderung der
Nahrungsgewohnheiten ("Lust auf was Saures") bei unverändertem
Mundhygieneverhalten kariesbegünstigend auswirken: |
So wenig wie möglich zuckerhaltige Lebensmittel zu sich
nehmen, dafür viel ballaststoff- und kohlenhydratreiche Kost,
wie z.B. Gemüse, Hülsenfrüchten, Kartoffeln und Reis.
Ausreichende Zufuhr von Eisen, Jod, Folsäure (Jod und Folsäure
notfalls durch ein spez. Präparat, da sonst angeborene schwere
Neuraldefekte (z.B. offener Rücken) drohen!) und Kalzium, da in
der Schwangerschafts- und Stillzeit ein besonderer Bedarf hieran
besteht; Leber (zu hohe Vitamin A-Werte), Salami, Tatar,
"blutige" Steaks und rohe Eier sind wegen möglicher
Krankheitserreger (Toxoplasmose mit der Gefahr schwerer
Missbildungen) tabu. Ebenso sollten spezielle Käsesorten wegen
der Gefahr einer Listeriose-Infektion (Frühgeburt) gemieden
werden.
Zubereitung der Speisen "al dente", denn kräftiges und langes
Kauen massiert auf natürlichem Weg das Zahnfleisch und drängt
Entzündungen zurück.
Vitaminreiche Kost. Besonders die Vitamine A (in Fenchel,
Grünkohl, Karotten, Spinat) und C (in schwarzen Johannisbeeren,
Orangen, Paprika) werden in der Schwangerschaft für die
Zahnbildung des Ungeborenen benötigt und bieten ebenso der
werdenden Mutter einen zuverlässigen Schutz für ihr Zahnfleisch.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt während
der Schwangerschaft die tägliche Einnahme von ca. 1mg
Natriumfluorid; alternativ eine Fluoridzufuhr durch
Mineralwässer, Schwarzem Tee oder fluoridiertem Speisesalz.
Zusätzliche Zufuhr von Kalzium, wie es besonders in Milch und
deren Produkten vorkommt. .
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Warum
sollte bei
Zahnfleischentzündungen
eine zahnärztliche
Behandlung erfolgen? |
Wenn
beispielsweise alle 32 Zähne eines Erwachsenen entzündete
Zahnfleischtaschen aufweisen, so entspricht dies
zusammengenommen einer offenen Wundfläche von ca. 72 cm2;
einer Größe - an einer allgemein sichtbaren Körperstelle
auftretend - bei welcher sofort der nächst erreichbare Arzt
aufgesucht würde. Untersuchungen belegen, dass das Risiko,
ein untergewichtiges Kind zu gebären, bei Frauen mit einer
Parodontitis um das
Siebenfache erhöht ist:
·
Durch die chronische Zahnfleischentzündung gelangen
Substanzen in die Blutbahn, die vorzeitig Wehen auslösen
können, was zu einem früheren Geburtstermin führt.
In den USA nimmt man an, dass jede fünfte Frühgeburt durch
eine entsprechende Zahnfleischbehandlung hätte vermieden
werden können. Zusätzlich liegt das Risiko für Frauen, bei
denen mehr als jeder dritte Zahn an Karies oder sonstigen
Problemen leidet, noch höher. Untersucht wurden 2000
schwangere Frauen, bei denen es ansonsten keinen
Risikofaktor für Frühgeburten gab.
·
Namhafte deutsche Wissenschaftler warnen vor einem um
sieben mal höherem Risiko einer Frühgeburt, wenn nicht vor
einer geplanten Schwangerschaft die
Parodontitisverursachenden Keime aus dem weiblichen Körper
eliminiert werden. |
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Tipps
zur Mundhygiene bei starkem Brechreiz. |
Bis
etwa zur 15. Schwangerschaftswoche kann die morgendliche
Zahnreinigung - besonders im Oberkiefer - erhebliche
Probleme bereiten. Da aber gerade in der Schwangerschaft die
Zähne und das Zahnfleisch noch gründlicher als sonst
gereinigt werden sollten, nachfolgend einige Tipps:
·
Die Zähne nie auf nüchternen Magen putzen, sondern erst
nach der Aufnahme einer Kleinigkeit, am besten einem
trockenen Zwieback.
·
Verwenden Sie die kleinste (Kinder-)Zahnbürste die zu
kaufen ist. Sollte auch damit immer noch ein Würgereiz
auftreten, so bestreichen Sie den Zeigefinger mit Zahnpasta
und "reinigen" damit die Zähne; notfalls auch ganz ohne
Zahnpasta. Erfahrungsgemäß akzeptiert die Mundhöhle in
diesem Stadium den eigenen Finger eher als den Fremdkörper
Zahnbürste und den zusätzlich scharfen Geschmack der
Reinigungspaste.
·
Manchmal beruht das Erbrechen nur auf einem Zinkmangel
(der Zinkbedarf ist während der Schwangerschaft erhöht);
nach Rücksprache mit dem Arzt kann ein Zinkpräparat in
Tablettenform eingenommen werden.
·
Wenn diese Ratschläge nicht
ansprechen sollten, so muss für eine bestimmte Zeit auf eine
"chemische Reinigung" mit einer medizinischen Mundspüllösung
(z.B. ein Chlorhexidin-Präparat) ausgewichen werden. Diese
Methode wird übrigens auch befristet bei den Patienten
ärztlich verordnet, welche wegen einer Zahnfleischbehandlung
für einige Zeit ihre Zähne nicht auf herkömmliche Art
reinigen dürfen.
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Zähneputzen
nach
einem Erbrechen? |
Die
Zähne sollten nach einem
Erbrechen nicht sofort geputzt werden:
·
Der Zahnschmelz ist durch die Magensäure angeraut und
gegen die Putzmittel der Zahnpasta empfindlicher. Lieber den
Mund mit lauwarmen Wasser (evtl. mit Zusatz einer
fluoridhaltigen Mundspüllösung) ausspülen und eine halbe
Stunde mit dem Putzen warten. |
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Zahnarztbehandlung
oder Röntgen während der Schwangerschaft? |
Falls möglich, sollte vor dem Beginn einer Schwangerschaft eine
komplette Gebiss-Sanierung erfolgen.
·
Als optimaler
Behandlungszeitpunkt gilt das 2. Trimenon (ca. 4.-7.
Monat). Vorher birgt die Phase der Organogenese erhöhte
Gefahren bei der Ausbildung des Ungeborenen, im letzen
Schwangerschaftsdrittel ist die Frühgeburtenrate durch den
Behandlungsstress erhöht.
·
Die Behandlung selbst sollte ab
dem 6. Monat möglichst in einer sitzenden oder nur leicht
geneigten, nach links ausgerichteten Lage erfolgen, um dem
gefürchteten Vena-cava-Kompressions-Syndrom
(Schwindelgefühl und Unwohlsein bis hin zum
Kreislaufkollaps) vorzubeugen.
·
Röntgenaufnahmen gelten bei ordnungsgemäßem Strahlenschutz als unbedenklich, da bspw.
die Belastung im kritischen Unterleibsbereich bei einer
Zahnfilmaufnahme - ohne Strahlenschutz (!) - noch nicht
einmal der natürlichen täglichen Strahlenbelastung
entspricht. Darum ist die häufig anzutreffende Aversion von
Schwangeren gegen ein medizinisch notwendiges Röntgen durch
nichts gerechtfertigt - im Gegenteil: Eine dadurch falsch
gestellte Diagnose kann zu schweren Schäden des Ungeborenen
führen. Wegen Unkenntnis einer sicheren Schwellendosis
sollten jedoch Röntgenuntersuchungen in der Schwangerschaft
- wie auch bei jeder anderen Röntgendiagnostik - nur bei
zwingender Indikation durchgeführt werden; dies gilt
insbesondere für das 1. Trimenon. Strahlenrisiko
Röntgenstrahlen und Schwangerschaft
·
Zahnärztliche Betäubungen (örtliche
Schmerzausschaltung,"Spritze") haben keinen negativen
Einfluss, wenn Stoffe mit einer hohen Eiweißbindung (z.B.
Articain™, Bupivacain™; eine hohe Eiweißbindung deshalb,
weil nur die nicht an ein Protein gebundenen Teile des
Medikaments in den kindlichen Kreislauf übertreten können)
und ein geringer gefäßverengender Zusatz (z.B. Adrenalin
1:200.000) injiziert werden. Bisher sind keine
wissenschaftlich fundierten Berichte über keimschädigende
Wirkungen von zahnärztlichen Betäubungsmitteln bei der
Behandlung schwangerer Patientinnen bekannt.
·
Empfehlungen im Sinne eines
vorbeugenden Gesundheitsschutzes besagen, dass
Amalgamfüllungen während der Schwangerschaft nicht
durchgeführt werden sollten, ohne einen stichhaltigen Beweis
für diese Behauptung zu liefern. Alternativ können
Glasionomerzemente als Langzeitprovisorium angewandt werden.
·
Bei Medikamenten sollte nur
auf bewährte und lange auf dem Markt befindliche Pharmaka
zurückgegriffen werden, da eine klinische Testung von
Medikamenten bei Schwangeren grundsätzlich verboten ist, es
also keine "getesteten Schwangerschaftsmedikamente" gibt.
Ein Risiko zu Fehlbildungen besteht besonders innerhalb des
1. Schwangerschaftsdrittel. Medikamente können auch noch in
der Spätphase - hier beim Fetus - unerwünschte
Nebenwirkungen haben, da dieser wegen einer noch nicht
ausgereiften Leber und eines unvollständigen Enzymsystems
die Fremdstoffe nur mangelhaft abbauen kann. Dringend
abgeraten wird vor einer Selbstmedikation bei
Zahnschmerzen, da eine zahnärztliche Schmerzbeseitigung in
einer Praxis i.d.R. eine geringere Belastung der Schwangeren
verursacht.
Schmerzmittel auf
Paracetamol-Basis (z.B. "ben-u-ron", "Paracetamol" von
versch. Herstellern) oder ein NSAR-Präparat (NSAR =
nichtsteroidale Antirheumatika, wie z.B. Ibuprofen,
Indometacin, Naproxen, Diclofenac, Piroxicam, Meloxicam)
haben ausreichende klinische Erfahrung und gelten nach
heutigem Kenntnisstand als akzeptabel (neuere Untersuchungen
s.u.). Unbedingt die Beipackzettel beachten! Neuere
Untersuchungen zeigen, dass Schwangere und Frauen mit
konkretem Kinderwunsch keine nicht-steroidalen
Antiphlogistika (NSAR) oder Acetylsalicylsäure (ASS)
einnehmen sollten. Diese können besonders zu einem frühen
Zeitpunkt der Gravidität das Abort-Risiko dramatisch
erhöhen. Epidemiologen fanden eine um 80% erhöhte
Abort-Rate, wenn Frauen in der pränatalen Phase NSARs oder
ASS eingenommen hatten. Dabei war die Wahrscheinlichkeit
einer Fehlgeburt am höchsten, wenn die Einnahme zu einem
frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft (insbesondere um die
Konzeption) oder längerfristig (mehr als eine Woche)
stattgefunden hatte. Für Paracetamol konnten die
Wissenschaftler hingegen kein assoziiertes Abort-Risiko
nachweisen. Sie empfehlen daher im Bedarfsfall die Schmerzen
mit Paracetamol zu bekämpfen.
Bei Mundspülungen mit einem
Chlorhexidinpräparat oder Kamillelösungen ist kein negativer
Effekt zu erwarten.
Unter den Antibiotika gelten
die Penicilline Amoxicillin und Ampicillin, die
Chephalosporine und Erythromycin während der gesamten
Schwangerschaft als gut verträglich; das Letztere sollte
wegen möglicher allergischer Reaktionen beim Säugling nicht
mehr in der Stillphase eingesetzt werden.
Generell kontraindiziert sind
Tetrazykline wegen einer Zahnkeimschädigung
(Mineralisationsstörung) und Knochenbildungsdefekten, wie
auch das lokal verabreichte Doxycyclin (Atridox™); bis
zur 13. Woche kontraindiziert bzw. nur bei strengster
Indikation gelten Clindamycin und Metronidazol (auch in
lokaler Gel-Form nach Herstellerangaben). Unbedingt die
Beipackzettel beachten!
Orale Kontrazeptiva ("Pille")
mit einer Kombination von Ethinylestradiol und einem
synthetischen Gestagen bieten normalerweise sehr verlässlich
Schutz vor ungewollter Schwangerschaft; von Fall zu Fall
muss mit einem Versagen dieser Methode gerechnet werden. Zu
den Faktoren, die zur Verminderung der kontrazeptiven
Sicherheit beitragen können, gehören Interaktionen mit
anderen Arzneimitteln. So ist bekannt, dass die Sicherheit
der verhütenden Wirkung der Kontrazeptiva durch Einnahme von
Tetracyclinen vermindert wird, weil Tetracycline die
Aufnahmen der Kontrazeptiva über den Darm verschlechtern.
Ebenso können Johanniskrautpräparate, sowie
Durchfallerkrankungen die Wirkung der Antibabypille
herabsetzen. Retrospektive Untersuchungen über die
Versagerquote der "Anti-Baby-Pille" unter Einnahme
verschiedener Breitband-Antibiotika brachten zwar eine
leichte, aber nicht signifikante Zunahme von ungewollten
Schwangerschaften. |
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Besonderheiten im letzten
Schwangerschaftsdrittel.

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Die
Größe der Gebärmutter, welche im unbefruchteten Zustand ein
Volumen von ca. 10 Millilitern hat, steigt zum Ende der
Schwangerschaft um etwa das 500-fache an und hat dann das
Volumen von 5 Litern (das Blutvolumen der Mutter nimmt um
bis zu 50% zu). Bei der heute meist üblichen zahnärztlichen
Behandlung im Liegen kann es durch die vergrößerte
Gebärmutter zu einem Zusammendrücken großer Blutgefäße
(Aorta, Vena cava) und einem damit verbundenen
Schwindelgefühl und Unwohlsein ("Vena-Cava-Syndrom") bis hin
zu einem Absinken des Blutdrucks in der Plazenta kommen. Um
diesem Geschehen vorzubeugen, empfiehlt sich, etwa ab dem 5.
Monat, eine sitzende Behandlungsweise oder - wenn nicht
anders möglich - eine Drehung der liegenden Position leicht
nach links. Zur Stabilisierung dieser Lage sollte die rechte
Hüfte durch ein Polster angehoben werden. |
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Tabletten oder andere Drogen während der
Schwangerschaft?
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Schwere Infektionen und /oder starke Schmerzen müssen
auch während der Schwangerschaft ärztlich behandelt werden,
da sonst u.U. schwere Schädigungen beim ungeborenen Kind
auftreten können. Sollten dazu begleitend Medikamente
erforderlich sein, so sollten nur bewährte und lange auf dem
Markt befindliche Pharmaka angewandt werden, da eine
klinische Testung von Medikamenten bei Schwangeren
grundsätzlich verboten ist. Ein Risiko zu Fehlbildungen
besteht besonders innerhalb des 1. Drittels. Medikamente
können aber auch noch in der Spätphase beim Fetus
unerwünschte Nebenwirkungen haben, da dieser wegen einer
noch nicht ausgereiften Leber und eines unvollständigen
Enzymsystems die Fremdstoffe nur mangelhaft abbauen kann.
·
Es wird dringend davor gewarnt, während der
Schwangerschaft bestehende Zahnschmerzen selbst mit
Schmerztabletten zu "behandeln". Sollten sich
ausnahmsweise Schmerzen trotz einer zahnärztlichen
Behandlung nicht sofort legen, so wird Ihnen Ihr Zahnarzt
ein Medikament (i.d.R. ein Paracetamol-Präparat (
z.B. "ben-u-ron", "Paracetamol" von versch. Herstellern)
oder ein NSAR -Präparat (NSAR = nichtsteroidale
Antirheumatika, wie z.B. Ibuprofen, Indometacin, Diclofenac,
Piroxicam, Meloxicam) mit ausreichender klinischer Erfahrung
verordnen.
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Wenn wegen einer erheblichen bakteriellen
Infektion Antibiotika verschrieben werden müssen, so sollten
Sie diese auch einnehmen; diese Maßnahme stellt hinsichtlich
einer bakteriell bedingten Fehlgeburt das geringere Risiko
dar. Von Penicillinen, Cephalosporinen und Erythromycinen
(Vorsicht beim Stillen) sind keine Komplikationen bekannt;
bei anderen Mitteln wird sich Ihr Zahnarzt vorher mit Ihrem
Gynäkologen in Verbindung setzen. Tetracycline sind wegen
bekannter Zahnschädigungen (Hypoplasien) und
Knochenwachstums-Störungen abzulehnen.
·
Alkohol, Nikotin oder andere Drogen während der
Entwicklung eines Ungeborenen provozieren die Rate der
Missbildungen auch im Kiefer-Mundbereich. |
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Fluoride
als Vorbeugung für das Baby?
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Während der Schwangerschaft müssen keine Fluoridtabletten
eingenommen werden, da diese Gaben keinen Einfluss auf die
Kariesanfälligkeit im Milchzahngebiss haben.
Der Einsatz einer fluoridhaltigen Zahnpasta bei der Mutter
sollte so wie bisher erfolgen.
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Wie
entwickeln
sich die
Zähne des Ungeborenen? |
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Zwischen der 8. und 10.
Schwangerschaftswoche werden die ersten Anlagen der späteren
Milchzähne gebildet. Schon im Mutterleib beginnen die
Milchzahnschneidezähne unter der Mitwirkung von Fluoriden
und Kalzium auszuhärten. Aus diesem Grund ist eine
nährstoffreiche Ernährung der werdenden Mutter besonders
wichtig, soll das kommende Baby später kräftige und gesunde
Zähne haben. Eine zusätzliche Fluoridzufuhr (z.B. durch
Tabletten) ist zu dieser Zeit nicht sinnvoll.
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Was ist beim
Säugling zu beachten?
(siehe auch unter
Kleinkinder) |
·
Auch beim zahnlosen
Baby ist eine kalzium- und fluoridhaltige Ernährung zur
Ausbildung eines widerstandsfähigen Zahnschmelzes
erforderlich. Die gesündeste und natürlichste Ernährung ist
die Muttermilch, da sie außerdem im Gegensatz zu vielen
Fertigprodukten den für die Zähne weitgehend unschädlichen
Milchzucker enthält. Zusätzlich begünstigt das
Stillen eine Zufuhr von
Immunstoffen der Mutter auf den Säugling und durch die
Saugarbeit eine gesunde Entwicklung der Kieferknochen und
eine Stärkung des Immunsystems, verbunden mit einer
geringeren Anfälligkeit auf Allergien. Wenn die ersten
Zähnchen durchgebrochen sind (Milchzahndurchbruch), sollte
auch beim Stillen mit einer (vorsichtigen) Mundpflege
begonnen werden. Da ein richtiges Zähneputzen in diesem
Alter noch nicht möglich ist, sollte man abends - vor dem zu
Bett gehen - die Milchzähnchen vorsichtig mit einem
Wattestäbchen abwischen. |
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Medikamente
oder Betäubungsspritzen während der Stillzeit.
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Die meisten zahnärztlichen Medikamente erreichen in der
Muttermilch nur Konzentrationen, die für den Säugling weit
unter einer therapeutischen Wirkung liegen, wenn sie nicht
bei der Mutter als Dauermedikation eingesetzt werden. Aber
auch hier gilt: So wenig wie möglich an Medikamenten
einnehmen. Eine längere Anwendung sollte nur mit ärztlicher
Zustimmung durchgeführt werden!
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Neu- und Frühgeborene reagieren im Allgemeinen
empfindlicher als ältere Säuglinge. Hinzu kommen
individuelle und/oder genetisch bedingte Empfindlichkeiten.
·
Verschiedene Medikamente haben einen Einfluss auf die
Milchmenge und -qualität.
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Antibiotika sollten unter den gleichen Gesichtspunkten
wie in der Schwangerschaft verabreicht werden. Eine evtl.
Beeinträchtigung des Säuglings (z.B. Durchfall,
Sensibilisierung usw.) ist möglich. Abgeraten wird
von dem Einsatz des Antibiotikums Erythromycin, weil dieses
beim Kind zur Schädigung der unreifen Leber führen kann
·
Von den Schmerzmitteln gilt Ibuprofen als Mittel der
Wahl. So konnte bei täglichen Gaben von bis zu 1.600 mg
keine nennenswerte Konzentration in der Muttermilch
nachgewiesen werden; bisher sind auch keine sonstigen
Nebenwirkungen bekannt geworden.
·
Von den Mitteln zur örtlichen Betäubung ("Spritze")
gelangen nur sehr geringe Konzentrationen in die
Muttermilch, diese gelten als harmlos; einzig das Pharmaka
Prilocain (ohnehin selten gebräuchlich) sollte wegen einer
möglichen Stoffwechselstörung gemieden werden.
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Die richtige Schlaflage.
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Um späteren Gebissverformungen vorzubeugen, ist es
besonders wichtig darauf zu achten, dass beim Schlafen nicht
ausschließlich eine einseitige Schlafposition eingenommen
wird:
-
das
Schlafen nur auf einer Seite - egal ob bei Bauch- oder
Rückenlage als Grundposition - führt zu einer
Lageverschiebung des Unterkiefers: der schwer
behandelbare einseitige Kreuzbiss (die unteren Zähne
"beißen über die oberen" auf der schlafabgewandten
Seite) ist meist die Folge.
-
eine
ausschließliche Rückenlage begünstigt eine dauerhafte,
nicht gewünschte Mundatmung.
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Woher
kommen die
"Kariesbakterien"
des Kleinkindes? |
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Diese
Schädlinge
sind nicht von Geburt an in der Mundhöhle zu finden, sie
werden vielmehr - ähnlich wie bei einer Grippe - durch
infizierte Bezugspersonen übertragen. Via Löffel
("Vorkosten"), Schnuller (Benetzung mit mütterlichem
Speichel) oder Kuss erfolgt die Infektion eines Kleinkindes
mit den sog. "Kariesbakterien"
normalerweise durch die Mutter zwischen dem 19. und 31.
Lebensmonat. Je später diese Übertragung erfolgt, um so
größer ist für andere, harmlosere Bakterien die Chance, sich
dauerhaft in der Mundhöhle einzunisten um so den schädlichen
Kariesbakterien keine Platz mehr zu lassen.
Durch Speicheltests lässt sich feststellen, ob die Mutter
eine hohen Anteil an diesen schädlichen Keimen hat, und es
können entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen werden.
Kariesanfällige Personen im Haushalt sollten den Schnuller
oder die Esswerkzeuge des Babys nicht in den Mund nehmen.
Ebenso sollte das Gebiss der engsten Bezugsperson keine
unbehandelte Karies aufweisen.
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Ist
die
Nuckelflasche
schädlich? |
·
Viele Babys beruhigt es, wenn sie was zum
Nuckeln und zum Trinken haben. Gerade wenn sie mal nicht so
gut drauf sind, sei es beim Zahnen, bei sonstigen Wehwehchen
oder einfach nur aus Langeweile, kann so eine Nuckelflasche
für das Baby und die Eltern unheimlich "hilfreich" sein.
Doch Vorsicht: mit dem Nuckeln wird zum einen das Problem
sicher nicht gelöst; und Achtung, was in dem Fläschchen drin
ist ("Nursing bottle
syndrom"), denn sonst können die Milchzähnchen bald
so aussehen:
·
Die Ursache sind stark
zuckerhaltige Getränke, Obst- u. Vitaminsäfte oder
noch schlimmer: die Honigschnuller. Der Zucker dieser Mittel
führt gerade durch die lange Einwirkungszeit zu einer
ausgeprägten Karies. Wenn das Nuckelfläschchen in "Notlagen"
denn unbedingt sein muss, dann bitte Flüssigkeiten ohne
Zucker oder mit Zuckerersatzstoffen.
·
Eine weitere Folge des regelmäßigen Nuckelns
oder Daumenlutschens ist die
Verformung des Ober- und
Unterkiefers wie das Foto zeigt:
Spätestens im 3. Lebensjahr sollte mit dieser 'Unart'
aufgehört werden, da sonst bleibende Schäden zurückbleiben,
welche nur mit hohem Aufwand später
kieferorthopädisch korrigiert
werden können.

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Diese Informationen stammen Von der WebPage
“zahnwissen.de”- Dr. de Cassan |