KINDERZAEHNE

 

In den ersten Lebensjahren liegt die Zahngesundheit in den Händen der Eltern. Untersuchungen konnten zeigen, dass ein Motivationstraining der Bezugspersonen das Kariesrisiko der Kinder erheblich senken kann.
Eltern neigen mitunter zu der irrigen Annahme, dass die Zähne von Kleinkindern - auch unter dem Namen "Milchzähne" bekannt - deshalb nicht gepflegt zu werden brauchen, weil sie doch irgendwann einmal wieder ausfallen. 
Weltweite Untersuchungen belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Karies im Milch- und bleibenden Gebiss:

Finden sich mehr als zwei kariöse Stellen an den zweiten Backenzähnen des Milchgebisses, erhöht sich die Kariesgefahr für die bleibenden Zähne der Betroffenen.
Ebenso wird dem Nuckeln am Daumen oder dem "Beruhigungsfläschchen" keine weitere Bedeutung zugemessen, man hält es für etwas völlig Normales.
Was mangelnde Zahnpflege und Vorsorge sowie ein vorzeitiger Milchzahnverlust und schlechte Angewohnheiten anrichten können, zeigen die nächsten Abbildungen. Mit Sicherheit hat eine vorzeitige Zerstörung des Milchgebisses immer Spätfolgen.

12 einfache Tipps zur Baby-Zahnpflege

1.)

In den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ist es das Beste für Ihr Kind, wenn Sie es voll stillen. Danach ist ein weiteres zusätzliches Stillen sinnvoll - allerdings nur zu festen Zeiten. Gift für die dann schon vorhandenen Zähnchen ist ein Einschlafen an der Brust oder mehrmaliges nächtliches Stillen!
Achten und erziehen Sie frühstmöglich zu festen Zeiten hin: Nacht- und Ruhephasen sind zum Schlafen und nicht zum Trinken da.
 Nursing-Bottle-Syndrom: "Stillkaries",
Ernährungsempfehlungen

 2.)

Viele Eltern geben den Kindern Obstsaft, z. B. Apfelsaft. Das ist für die gesunde Ernährung aber nicht nötig. Die wertvollen Bestandteile von Obst stecken in den ganzen Früchten und nicht so sehr im Saft. Außerdem enthalten die Obstsäfte viel Fruchtzucker und Säure, selbst wenn "ohne Zuckerzusatz" auf der Flasche steht. Säfte, auch Gemüsesäfte wie Karottensaft, sind deshalb schlecht für die Zähne. Nehmen sie ungesüßten Tee oder Mineralwasser

 3.)

Kaufen Sie nur Nuckelflaschen aus Glas. Geben Sie Ihrem Kind keine Plastikflaschen zur "Selbstbedienung" mit ins Bett oder in den Kinderwagen

 4.)

Bringen Sie Ihr Kind mit Liebe ins Bett, nicht mit der Nuckelflasche. Für das Lutschen und Saugen reicht ein medizinischer Nuckel - aber ohne Flasche dran! Ein medizinischer Schnuller ist für Säuglinge wichtig, da sie noch ein erhöhtes Saugbedürfnis haben. Sind die ersten Zähnchen da, so sollten Sie diese Nuckeleien langsam abgewöhnen
Wenn Ihr Kind nachts nicht durchschläft, versuchen Sie es zu beruhigen und nicht den Mund mit der Nuckelflasche zu stopfen.
Mit 2 Jahren sollten Sie das Nuckeln langsam ganz abstellen, da sonst bleibende Kieferverformungen entstehen, die später mit einer teuren Regulierung korrigiert werden müssen.

 5.)

Sobald Ihr Kind allein sitzen kann, lassen Sie es aus einer Tasse trinken. Oft wird noch gekleckert - geben Sie Wasser, das macht keine klebrigen Flecken. Eine Trink-Lerntasse oder Schnabeltasse brauchen die meisten Kinder nicht. Wenn doch, nur einen Monat lang - dann weg damit! Spätestens ab dem 1. Geburtstag sollte Ihr Kind nur noch aus einer Tasse oder einem Becher trinken.

 6.)

Für unterwegs reicht klein geschnittenes Obst oder Gemüse. Kleinkinder "lutschen" auch gern an Knäckebrot.

 
7.)


Schon der erste Milchzahn will gepflegt werden. Beginnen Sie mit einer kleinen, weichen Zahnbürste oder mit "Babys erster Zahnbürste". Mama und Papa können sich die Aufgabe teilen.

Einer bürstet die Zähne des Kindes am Morgen und einer vor dem Zubettgehen. Abends bitte eine erbsengroße Menge Kinder-Zahnpaste (siehe unter Tipp 9.) auf die Bürste geben. Danach gibt es dann auch nichts Süßes mehr zu trinken oder zu essen.

 8.)

Schauen Sie immer wieder einmal die Zähne Ihres Kindes genauer an. Schieben Sie die Oberlippe nach oben. Sind die Schneidezähne sauber oder ist Zahnbelag zu sehen?

 9.)

Kaufen Sie zum Kochen und Salzen Speisesalz mit der Aufschrift "Jod und Fluoride" wenn Ihr Kind an der Familienkost teilnimmt. Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahnpasta, wenn Sie sicher sind, dass diese nicht in größeren Mengen verschluckt wird. Achten Sie aber bei zugeführten Fluoridpräparaten darauf, dass es nicht zu viele sind (Fluoridanamnese). Sollten Sie die Nahrung mit Mineralwasser zubereiten, beachten Sie unbedingt in diesem Zusammenhang dessen Fluoridgehalt, um nicht eine Überdosierung und damit Schäden auszulösen!

10.)

Tun Sie etwas für Ihre eigenen Zähne. Notwendig ist gute Zahnreinigung mit Zahnbürste, Zahnzwischenraum-Bürstchen oder Zahnseide. Verwenden Sie eine Fluorid-Zahnpaste und seien Sie sparsam mit süßen Zwischenmahlzeiten. Der Zahnarzt hilft bei Karies und Zahnfleisch-Erkrankungen und sorgt für ein gutes "Mundgefühl" durch eine Professionelle Zahnreinigung (PZR).
Wenn es ihr Kind zulässt, nehmen Sie es mit in die Zahnarztpraxis, damit es sich an das Umfeld gewöhnt. Ab 2 Jahren sollten dann die Zähne in der Praxis untersucht werden, auch wenn sie glauben, dass alles OK ist.

11.)

Wenn Sie täglich einige Stück Xylit-Kaugummi kauen, beugt das ebenso wie eine eigene gesunde Mundhöhle (s. Tipp 10.) der Übertragung von "Karieskeimen" auf das Kind vor. Xylit ist ein natürlicher Süßstoff, der auch in Früchten vorkommt. Die Kaugummis sollten nur Xylit und nicht noch andere Süßstoffe enthalten.

12.)

Zeigen Sie dem Zahnarzt, der Prophylaxeassistentin und dem Kinderarzt die gesunden Zähne Ihres Kindes. Freuen Sie sich über den Erfolg.

Und nicht zuletzt: Legen Sie als Erziehungsberechtigte einen Grundstein für eine lebenslange zahngesunde Ernährung. Achten Sie schon frühzeitig darauf, möglichst stark zucker- oder kalorienhaltige Getränke und Speisen zu meiden. Glauben Sie nicht den zahlreichen Werbespots über angeblich "gesunde Produkte", besonders für "Zwischendurch". Hersteller sind nicht an der Zahngesundheit Ihrer Kinder interessiert, sondern freuen sich, wenn der Umsatz stimmt. Achten Sie auch noch im Jugendlichenalter darauf, dass die Zähne regelmäßig und richtig geputzt werden.

 

Um späteren Gebissverformungen vorzubeugen, ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass beim Schlafen nicht ausschließlich eine einseitige Schlafposition eingenommen wird:

  • das Schlafen nur auf einer Seite - egal ob bei Bauch- oder Rückenlage als Grundposition - führt zu einer Lageverschiebung des Unterkiefers: der schwer behandelbare einseitige Kreuzbiss (die unteren Zähne "beißen über die oberen" auf der schlafabgewandten Seite) ist meist die Folge.
  • eine ausschließliche Rückenlage begünstigt eine dauerhafte, nicht gewünschte Mundatmung.  






 

  • durch den frühzeitigen Verlust von Milchzähnen wird das Kieferwachstum gehemmt, es ist später zu wenig Platz für die bleibenden Zähne, welche schon teilweise ausgebildet unter den Milchzähnen im Kiefer liegen.
    (Siehe auch unter Erhaltung von Milchzähnen.)

 


Platzmangel durch vorzeitigen
Milchzahnverlust

  • zerstörte Zähne bedeuten auch immer Schmerzen für das Kleinkind. Der dadurch bedingte erste Kontakt mit einer Zahnarztpraxis wird u.U. zeitlebens in schlechter Erinnerung bleiben.

 

 

  • Ab dem 3. Lebensjahr haben Lutschen und Nuckeln eine bleibende Verformung des Kiefers zur Folge, welche zwar meist durch eine aufwendige kieferorthopädische Regulierung ("Spange") später wieder behoben werden kann; doch das Tragen einer Regulierung ist mit einem erheblichen psychischem und finanziellen Aufwand verbunden. Hinzu kommen durch den Offenen Biss bedingte Sprach- und kosmetische Probleme.
    Deshalb sollte mit dem 2. Lebensjahr konsequent mit einem schrittweisen Abgewöhnen dieser Unarten begonnen werden.
    Nursing bottle syndrom.

 

 

  • Die Infektion eines Kleinkindes mit den sog. "Kariesbakterien" über Löffel, Schnuller oder Kuss ("kissing disease") erfolgt meist durch die Mutter zwischen dem 19. und 31. Lebensmonat. Dabei gilt: Je höher der Befall der Mutter, um so größer auch die Anzahl dieser Karieserreger beim Kleinkind. Je später diese Zufuhr erfolgt, umso "widerstandsfähiger" ist die Mundhöhle gegen diese Bakterien, denn die Besiedlungsplätze sind dann meist schon von anderen, harmloseren Mikroorganismen eingenommen und lassen so den Kariesbakterien keinen Platz mehr. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Kontaktpersonen selbst keine "faulen Zähne" im Mund haben. Durch Speicheltests lässt sich feststellen, ob z.B. die Mutter eine hohen Anteil an diesen schädlichen Keimen hat, und es können entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Kariesanfällige oder unbehandelte Personen mit Erkrankungen der Mundhöhle sollten den Schnuller oder die Esswerkzeuge des Babys nicht in den Mund nehmen.
    Generell sind Speichelkontakte von mundgesunden Kontaktpersonen beim Kleinkind erwünscht, um
    Immunreaktionen zu stimulieren.

 

 

 

 

  • Untersuchungen belegen, dass sich die durch verfaulte Milchzähne gebildete Bakterienflora im bleibenden Gebiss fortsetzen kann: verfaulte Milchzähne sind ausgezeichnete Nistplätze für Kariesbakterien und stecken so die bleibenden Zähne schon während ihres Durchbruchs an. Gelingt es, die Milchzähne gesund zu erhalten, kann sich das bleibende Gebiss optimal entwickeln.

 

 

 

 

 

Die Hauptursachen für Zahnerkrankungen bei Milchzähnen sind - wie auch bei den bleibenden Zähnen - Beläge (Plaque). Die Essenszeiten sind im Gegensatz zum Erwachsenen häufiger und oft unregelmäßig, wodurch die Bildung von Belägen und der für die Bildung von Karies nötige "saure" Speichel über einen längeren Zeitraum besteht.

Zusätzlich liegt beim Zähneputzen (s.u.) eine Schwierigkeit darin, dass die Kleinkinder zu etwas motiviert werden müssen, zu dem ihre Geschicklichkeit noch nicht entwickelt ist, und das sie intellektuell kaum verstehen können. Nachfolgend einige Tipps, die helfen sollen, Kleinkinder zum Zähneputzen zu motivieren:

 






Die beste Vorbeugung im Säuglingsalter ist das Stillen:
Mit der Muttermilch werden die nötigen Nährstoffe in optimaler Konzentration dem Baby zugeführt, die Allergierate wird vermindert und die Zufuhr von mütterlichen Hormonen in geringsten Dosen beugt unter anderem einer trockenen Haut vor. Zusätzlich findet noch eine kieferorthopädische Prophylaxe beim Stillvorgang statt:
Stillen ist für den Säugling "Schwerstarbeit". Dadurch wird die Kaumuskulatur gekräftigt und das Kieferknochenwachstum gefördert. Weiterhin wird der Lippenschluss trainiert und damit eine wichtige Voraussetzung für die Sprach- und Kieferbildung und die Nasenatmung geschaffen. Eine spätere Gebissregulierungen wird deshalb erheblich weniger durchgeführt werden müssen.
Achten Sie beim Stillen darauf, dass schon vorhandene Zähnchen vorsichtig geputzt werden und dass sich das Stillen auf feste Zeiten pro Tag beschränkt:
So wie bei den süßen Zwischenmahlzeiten der Größeren, begünstigt ein zu häufiges Stillen die sog. "Stillkaries".
Sollten die ersten Zähnchen vorhanden sein, dann ist häufiges und verlängertes Stillen, vor allem das Einschlafen des Kindes an der Brust oder kurzes nächtliches Stillen für die Kauwerkzeuge schädlich: Wie bei der Wirkung eines Beruhigungsfläschchen mit gesüßtem Tee, greifen die Kohlenhydrate der Muttermilch die frisch durchgebrochenen Zähnchen an und können zu schweren kariösen Gebisszerstörungen führen.
Die meisten Säuglinge werden nach der Geburt gestillt - sehr viele erhalten aber bereits nach wenigen Wochen auch andere Nahrung. Das besagt eine Studie, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Auftrag gab. Danach beginnen 91 Prozent der Frauen nach der Geburt mit dem Stillen, bei der Entlassung aus der Klinik sinkt der Anteil der Säuglinge, die ausschließlich mit Muttermilch ernährt werden, aber auf 73 Prozent. In den ersten 4 bis 6 Monaten sollten Säuglinge nach DGE-Empfehlung ausschließlich gestillt werden.

Medikamenteneinnahme während der Stillzeit:
Zahlreiche Körperstoffe - so auch Medikamente - werden über die Muttermilch ausgeschieden und vom Säugling - wenn auch meist in geringer Konzentration - aufgenommen. Bedenklich wird es dann, wenn es sich um solche Substanzen handelt, die eine hohe Konzentration in der Muttermilch aufweisen und vom Kleinkind wegen einer noch nicht ausgereiften Leber unvollständig abgebaut werden. Dies ist z.B. von dem Antibiotikum Erythromycin bekannt. Als grobe Orientierung kann gelten, dass die Stoffe, welche in der Schwangerschaft als unkritisch eingesehen werden, auch in der Stillzeit vorübergehend eingesetzt werden können. Eine Rücksprache mit dem Gynäkologen/Kinderarzt ist in Zweifelsfällen immer angebracht. Bei der Verwendung von zahnärztlichen Betäubungsspritzen (Lokalanästhetika) in normalen Umfang sind bisher keine gravierenden negativen Auswirkungen bekannt.

 

 

Ideal wäre ein Stillen über das 1. Lebensjahr hinaus. Wenn dies aus vielfältigen Gründen nicht möglich oder gewollt ist, sollten die Kleinsten bis etwa zum 4. Monat Fertigmilch mit der Bezeichnung "Pre" und bis etwa zum 6. Monat "Folgemilch 1" bekommen. Danach verträgt das Baby normale Milch oder - bei einem hohen Allergierisiko innerhalb der Familie - hypoallergene Fertigmilch (HA)". Abzuraten ist von Ratschlägen aus der "Bio-Szene", Mandel- oder Sojamilch zu verwenden, da diese ein Allergierisiko nicht senken und zusätzlich arm an begleitenden Nährstoffen sind. Auch die teure "Kleinkindmilch" ist bei normaler sonstiger Ernährung überflüssig. Ungesüßten Tee oder Säfte braucht das Baby nur bei hohem Fieber oder Durchfall. Der Sauger des Fläschchens sollte zur optimalen Ausbildung der Gesichts-, Kau- und Zungenmuskulatur mit einem breiten Lippenschild versehen sein. Etwa ab dem 6. Monat (beim Durchbrechen der ersten Zähnchen) sollte mit dem Zufüttern begonnen werden um so den Saugreflex in den später normalen Kaureflex überzuführen. Allergologen raten neuerdings von Karotten als erste Beikost ab und empfehlen stattdessen Zucchini, Fenchel, Kürbis und Kohlrabi.
Dabei hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:

6. Monat
Ersatz einer Milchmahlzeit durch eine Kombination aus Gemüse- Kartoffel- und Fleischmus. Wegen der strengen Herstellungsvorschriften bei Babykost aus dem Glas ist diese zu bevorzugen; ersatzweise eigene, sorgfältige Zubereitung aus Biokost.
Sollte schon das
Zahnen beginnen, das Baby unter Aufsicht auf eine harte Brotrinde beißen lassen.

7. Monat
Ersatz der zweiten Milchmahlzeit (abends) durch einen Vollmilch-Getreide-Brei. Nach Möglichkeit keine fertigen Instant-Breis, da diese neben ihrem unverhältnismäßigen Preis häufig stark zuckerhaltig sind.

8. Monat
neben zwei Milchmahlzeiten und den beiden anderen Ersatzmahlzeiten (s.o.) kann jetzt mit einem zuckerarmen Obstbrei als 5. Mahlzeit begonnen werden.

bis zum ersten Lebensjahrende
Allmählich kann auf die normale Familienkost umgestellt werden; dabei sparsam mit Salz und Gewürzen umgehen. Etwa ab dem 10. Monat wird Naturjoghurt oder Dickmilch vertragen; Quark erst ab dem 1. Geburtstag.

die nächsten Jahre
mindestens eine warme Mahlzeit mit Gemüse als Hauptgrundlage; dazu Kartoffeln, Nudeln oder Reis und wenig gedünstetes Fleisch oder Fisch. Sonst normale Familienkost (fettarm, nichts Frittiertes oder scharf Angebratenes) und für Zwischendurch mal ein Müsli, eine rohe Möhre und viel frisches Obst und Nüsse. Für ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindesten ½ Liter/Tag) sorgen.

Das sollte nicht sein
Keine vegetarische Kost, denn das Kleinkind braucht zum gesunden Wachstum Milch, Eier und Fleisch; eventueller Fleischersatz durch reichlich Gemüse und Getreideprodukte.
Als Getränke
Mineralwasser oder Tee (ungesüßt). Kein Dauernuckeln an dem Fläschchen, da der Speichel seine Produktion zurückfährt und ohne diesen Schutz die Zähne rasch von Karies angegriffen werden.

Generell gilt:
Je weniger das Baby an der Brust trinkt, desto mehr Flüssigkeit muss durch Getränke ergänzt werden. Normales Leitungswasser ist hygienisch und bakteriologisch unbedenklich, evtl. zur Geschmacksverbesserung mit Obst-, Gemüsesäften (zuckerfrei) gestreckt. Meist überflüssig ist in zivilisierten Ländern ein "stilles" Mineralwasser, welches den Aufdruck "für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" trägt. Beim Tee-Fläschchen darauf achten, dass die Instant-Tees zuckerfrei sind (Früchte- oder Kräutertees), sonst kommt es leicht zu dem gefürchteten "
Nursing-Bottle-Syndrom". 

So viel sollen Kinder am Tag trinken:

ab 4 Monate bis 1 Jahr    400 ml/Tag
1 - 4 Jahre                      820 ml/Tag      
4 - 7 Jahre                      940 ml/Tag

Zu jeder Malzeit sollen Kinder kalorienarme Getränke bekommen. Kalorienreiche Softdrinks sollten vermieden werden, da dadurch ein erhöhtes Risiko besteht, Übergewicht zu bekommen.
 

 

In der Werbung wird häufig die Zubereitung von Baby-Nahrung mit Mineralwasser angepriesen. Ein derartiges Wasser, welches die Bezeichnung "für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" trägt, sollte ein Natriumgehalt von 20 mg/l, einen Nitratgehalt von 0,02 mg/l, einen Nitritgehalt von 240 mg/l und einen Fluoridgehalt von 1,5 mg/l nicht übersteigen.
Viele Mütter meinen mit der Mineralwasser-Zubereitung Ihren Kleinen etwas besonders Gutes anzutun. Dagegen vertreten namhafte Experten die Ansicht, dass Säuglingsnahrung in Mitteleuropa grundsätzlich nur mit abgekochtem Trinkwasser zubereitet werden sollte und sehen nur die Notwendigkeit auf ein Mineral-, Quell- oder Tafelwasser zurückzugreifen, falls Trinkwasser nicht in der erforderlichen Qualität zur Verfügung steht. Hygieniker warnen zusätzlich vor dem teilweisen Vorhandensein von Krankheitserregern in den gekauften Wasserflaschen.

 

frage.gif (659 Byte)Ist die Nuckelflasche 
schädlich?

Viele Babys beruhigt es, wenn sie was zum Nuckeln und zum Trinken haben. Gerade wenn sie mal nicht so gut drauf sind, sei es beim Zahnen, bei sonstigen Wehwehchen oder einfach nur aus Langeweile, kann so eine Nuckelflasche für das Baby und die Eltern unheimlich "hilfreich" sein. Doch Vorsicht: mit dem Nuckeln wird zum einen das Problem auf Dauer nicht gelöst; und Achtung, was in dem Fläschchen drin ist ("Nursing bottle syndrom"), denn sonst können die Milchzähnchen bald so aussehen.                   

Die Ursache sind stark zuckerhaltige Getränke, Obst- u. Vitaminsäfte oder, noch schlimmer: die Honigschnuller. Der Zucker dieser Mittel - mitunter auch ein hoher Fruchtsäuregehalt in den Säften - führt besonders durch die lange Einwirkungszeit über Nacht zu einer ausgeprägten Karies. Aber auch zuckerfreie Flascheninhalte können beim übermäßigen Gebrauch die Zähne dadurch schädigen, dass automatisch die körpereigene Speichelproduktion zurückgefahren wird: Die wichtige Schutzfunktion des Speichels geht dadurch verloren!
Und gerade Nuckelfläschchen aus Plastik sind leicht und für Kleinkinder gut über Stunden zu halten - dies führt zu einem unkontrollierten Nuckeln und den bekannten Zahnschäden.
Wenn das Nuckelfläschchen in "Notlagen" denn unbedingt sein muss, dann bitte Flüssigkeiten ohne Zucker oder Fruchtsäure.

Die ersten Zähnchen
kommen - 
manchmal auch mit
Schmerzen.

Das Durchstoßen der ersten Zähnchen - meist sind es die mittleren Schneidezähne im Unterkiefer im Alter von etwa 6 Monaten - durch die Kieferschleimhaut kann gelegentlich mit erheblichen Schmerzen, Fieber, Rötung und Schwellung des Zahnfleisches, verstärktem Speichelfluss und genereller Unpässlichkeit verbunden sein. Auch bei den später durchbrechenden weiteren Zähnchen kann dieses Übel mitunter auftreten.
Helfende Zahngels haben den Nachteil, dass sie bei Kleinkindern nur schwer aufzutragen sind und gern verschluckt werden. In der Volksmedizin hat sich das Kauen von Veilchenwurzeln und Fenchelstengeln als Linderung bewährt, aber Achtung: diese Präparate sind häufig mit Bakterien verunreinigt. Zusätzlich kann eine Kühlung der Wange mit kalten Umschlägen erfolgen, notfalls kann vorübergehend ein Zäpfchen (Paracetamol) gegeben werden.
Ausdrücklich abgeraten wird vor der Verwendung von sog. Beißringen aus PVC-Kunststoff, da diese gefährliche "Weichmacher" enthalten können.

Und wenn die Zähnchen nicht kommen?
Die Natur hält sich nicht an Zahlen aus dem Lehrbuch und geht manchmal eigene Wege. Es sind Fälle bekannt, wo fast bis zum 2. Geburtstag sich nichts tat - und dann die Zähnen "wie Pilze" aus dem Kiefer "schossen".
Ein echtes Fehlen von Zähnen - meist vererbt - ist sehr selten. Im Babyalter lässt sich dagegen nichts unternehmen, deshalb ist auch das frühzeitige Anfertigen von Röntgenaufnahmen vielleicht von wissenschaftlichem Interesse, hat aber noch keine praktische Bedeutung.
Sollten Sie sehr verunsichert sein oder in großer Sorge, ob nun Zähnchen kommen werden oder nicht, so besuchen Sie mit Ihrem Baby lieber eine Zahnarztpraxis. Ein Fachmann kann durch einfaches Befühlen der Kieferkämme ziemlich sicher erkennen, ob die Zähnchen noch im Kiefer "schlummern".
"Zahntreibende Kost" oder zusätzliche "Kalkgaben" sind nutzlos!

Sobald die ersten vier Milchschneidezähne vorhanden sind (Milchzahndurchbruch), sollte - falls das Kleinkind dies zulässt - vorsichtig mit einer Zahnpflege begonnen werden. Da an ein richtiges Zähneputzen in diesem Alter noch nicht zu denken ist, sollten täglich die Zähnchen mit einem Wattestäbchen oder einem Mulltuch vorsichtig abgewischt werden. Auf dem Markt ist "Baby's erste Zahnbürste" als eine Kombination von Beißring und Zahnbürste, hergestellt aus unbedenklichem Polypropylen (PP).
Die Hauptreinigungsfunktion hat aber in diesem Alter die mechanische Selbstreinigung des Gebisses, wie etwa beim Abbeißen oder Kauen von fester, zuckerfreier Nahrung (z.B. eine harte Brotrinde oder ein kleines Möhrenstückchen).
Erhaltung von Milchzähnen.


Je nach körperlicher und geistiger Entwicklung, sollte etwa mit 2 Jahren vorsichtig 2mal täglich mit dem Zähneputzen begonnen werden. Hierbei ist anfangs nicht so sehr die gründliche Reinigung, sondern das Vertraut werden mit den neuen Dingen wichtig. Auch später, wenn mit entsprechendem Alter keine direkten Hilfestellungen beim Putzen mehr gegeben werden müssen, ist eine Kontrolle und Beobachtung des Putzens nötig, damit sich nicht falsche Techniken einschleichen. Notfalls sollte von einem Elternteil "nachgeputzt" werden.
Zum Putzen sollte eine kleine Pastenmenge (höchstens erbsengroß) einer spez. Kinderzahnpasta benutzt werden. Siehe auch:
Übersicht über den Fluoridgehalt von Zahncremes auf separater Seite

 

 

 

  • Die Mundschleimhäute von Kleinkindern sind erheblich empfindlicher als die von Erwachsenen. Zahncremes, deren Geschmack durch Zusatz von Pfefferminze, Alkohol und anderen Stoffen den Großen gut schmeckt, wird von den Kleinen als scharf und deshalb abstoßend empfunden. Es gibt spezielle Kinderzahncremes mit weniger scharfen Inhaltsstoffen und einem dem Alter angepassten Fluoridanteil; man sollte nur darauf achten, dass diese nicht zu süß schmecken, da sie von den Kleinkindern dann gern herunter geschluckt werden. Zusätzlich erhalten sie weniger schmirgelnde Substanzen (Abrasivstoffe). Mit etwa 6 Jahren kann auf eine normale, fluoridierte Zahnpasta gewechselt werden.
  • Achten sollte man darauf, dass die Creme nicht zu süß schmeckt und dass sie nur in erbsengroßer Menge auf die Bürste aufgebracht wird, da Kinder unter 3 Jahren über die Hälfte der Zahnpasta verschlucken.
  • Gewöhnen Sie Ihr Kind schon rechtzeitig daran, nach dem Zähneputzen nur auszuspucken und nicht den Mund gründlich durchzuspülen, damit die in den Pasten enthaltenen Fluoride länger örtlich einwirken können.
  • Für Kinder und Jugendliche, welche Fluoridtabletten einnehmen und gleichzeitig fluoridhaltige Pasten verwenden, gelten folgende Empfehlungen:
    wird schon im 1. und 2. Lebensjahr eine Pasta mit 500 ppm Fluorid und erbsgroßer Menge einmal täglich benutzt, werden inormalerweise keine Tabletten benötigt.
    ab dem 3. bis zum 6. Lebensjahr reicht die 500 ppm-Zahnpasta bei regelmäßigem, zweimaligem Zähneputzen aus.
    ab dem 7. Lebensjahr soll auf eine Erwachsenen-Creme (diese hat meist mehr als 1.000 ppm Fluorid) umgestiegen werden.
  • Ist ein regelmäßiges, gründliches Zähneputzen nicht gewährleistet oder ein hohes Kariesrisiko vorliegen, sollten Fluoridtabletten unterstützend verabreicht werden und das (meist unregelmäßige) Putzen nur mit einer 150 - 250 ppm-Paste erfolgen. Zusätzlich sollte eine Fluoridanamnese (siehe auch weiter unten) erfolgen, damit die empfohlene Tagesdosis von 0,05 mg Fluorid/kg Körpergewicht nicht überschritten wird. 
  • Dosierungsempfehlung der Gesellschaft für Präventive Zahnheilkunde (GPZ)


 

 

  • Kinder benötigen eigene Zahnbürsten, die ihrer Gebissform und Motorik entsprechen. Außerdem soll das Zähneputzen Spaß machen und die Bürste die Kinder motivieren, täglich ihre Zähne zu putzen.
  • Erwachsenenzahnbürsten sind für Kinder von ihrer Form und Borstenhärte her denkbar ungeeignet. Hier gibt es auf dem Markt zahlreiche lustige und für Kindermünder geeignete Produkte. Eine gute Kinderzahnbürste sollte einen kompakten, rutschfesten Handgriff und ein kleines Borstenfeld aus Kunststoffborsten haben.
  • Gut bewährt haben sich elektrische Kinderzahnbürsten, da sie zum einen die noch fehlenden Bewegungsabläufe des Kleinkindes kompensieren, zum anderen der natürliche Spieltrieb beim Putzen angeregt wird. Zu beachten ist allerdings, dass Kinder auch die Systematik und Technik des Putzen mit einer Handzahnbürste kennen sollten, um notfalls auch einmal ohne das elektrische Hilfsmittel auskommen zu können.
     Neu sind elektrische Bürstchen mit Musiktimer und farbigen Disneymotiven ("Oral-B-Kinderzahnbürste"):
    Trendige Farbkombinationen und lustige Disney-Motive sorgen für eine Abwechslung beim Zähneputzen. Der Musik-Timer motiviert zur längeren Zähnreinigung. Nach je einer Minute Putzzeit spielt er zufällig eine von 16 Melodien. Der verkleinerte Bürstenkopf passt ideal in enge Kindermünder.
  • Für die ersten Putzversuche bei den ganz Kleinen ist "Baby's erste Zahnbürste" - eine Kombination aus Beißring und Bürste (s. Abb.) - gut geeignet. Aufgrund der Ringform kann das Bürstchen nicht in den Rachenraum gestoßen werden und dort Verletzungen verursachen; ein Verschlucken ist ebenfalls unmöglich. Durch die gleichzeitige Konzeption als Beißring wird zusätzlich der Speichelfluss und die Kräftigung der Kaumuskulatur gefördert. 

 

Den größten Einfluss auf die Motivation zum Putzen haben Bezugspersonen. So wie sich viele Kleinkinder von ihren "Vorbildern" Verhaltensweisen "abgucken", ist es auch beim Zähneputzen: das Zähneputzen zusammen mit den Eltern oder älteren Geschwistern sollte eine Selbstverständlichkeit und nicht eine lästige Pflicht sein.
 

 

Es gibt verschiedene Zahnputztechniken beim Gebrauch der Handzahnbürste, welche sich im Ansetzen der Zahnbürste und in ihrer Bewegungsrichtung unterscheiden; über den Vorzug dieser oder jener Methode gibt es unterschiedliche Auffassungen. Viel wichtiger ist aber die Systematik des Putzens, welche stets nach dem gleichen, einmal fest eingeprägten Schema erfolgen sollte, um auch wirklich alle Zahnflächen einer gründlichen Reinigung zu unterziehen.
Das Putzen selbst sollte in diesem Alter immer nach der leicht zu erlernenden KAI-Methode erfolgen:
K = Hin- und Herbewegung der Zahnbürste auf den Kauflächen
A = Putzen der Außenflächen mit großen Kreisen
I = Reinigen der Innenflächen mit kleinen Kreisen oder Ab-/Auswischbewegungen

 

 

Ebenfalls im Alter von etwa 2 Jahren sollte der erste Zahnarztbesuch erfolgen und dann in regelmäßigen Abständen beibehalten werden (Recall). So lernt das Kleinkind eine Zahnarztpraxis kennen, ohne dass in seinem Mund schon gebohrt oder gezogen - ihm also "weh getan" - werden muss. Sollten "tapfere" ältere Geschwister oder Spielkameraden vorhanden sein, ist ihre Vorbildfunktion beim Untersuchen der kleinen Milchzähne von großem Wert. Ab drei bis vier Jahren überprüft der Zahnarzt oder seine Helferin dann auch die Putztechnik des Kleinkindes, um zu verhindern, dass sich falsche Bewegungen beim Säubern der Zähne einprägen.
Erhaltung von Milchzähnen.

 

 

Eine fremde Umgebung - noch dazu mit weißen Kitteln und "bohrenden Geräuschen" - können den Kleinen schon eine gehörige Portion Angst einflößen, besonders dann, wenn der erste Zahnarztbesuch auch noch wegen akuter Schmerzen stattfindet. Wie in vielen anderen Bereichen prägt auch das "Ersterlebnis Zahnarztbesuch" ganz entscheidend das weitere Verhalten bei späteren Besuchen bis ins hohe Lebensalter hinein. Deshalb sollten nachfolgende Punkte besonders beachtet werden:

  • bringen Sie Ihr Kleinkind sobald Sie es auch sonst zu kleinen Besorgungen mitnehmen können, zu Ihrem Zahnarzt-Kontrolltermin mit. Es lernt auf diese Weise einprägsam, dass der Untersuchungstermin beim Zahnarzt etwas ganz Normales ist und es lernt gleichzeitig die ungewohnte Umgebung näher kennen. Ab etwa 2 Jahren wird dann der Zahnarzt vorsichtig versuchen in den Mund zu schauen. Wenn dies beim ersten Mal noch nicht so ganz klappt, ist es nicht so schlimm, als wenn der Zahnarzt wegen akuter Schmerzen unbedingt behandeln muss!
  • Nach erfolgreicher Behandlung loben Sie Ihr Kind, vielleicht auch mal mit einem kleinen Geschenk für die "außerordentliche" Tapferkeit; gleiches tut i.d.R. auch Ihr Zahnarzt/ärztin.
  • Bereiten Sie Ihr Kind schon zu Hause auf den Zahnarztbesuch vor und hüten Sie sich vor Drohungen wie "Wenn Du nicht brav bist.....". 
    Ihre eigene Vorbildfunktion - auch bei der Inspektion im Zahnarztstuhl - ist für das Kleinkind von immenser Bedeutung. Wenn Sie selbst nicht zu den Tapfersten gehören, sind Ihr Ehepartner oder ältere Geschwister vielleicht aus einem robusteren Holz geschnitzt.
  • Bereiten Sie Ihre Zahnarztpraxis darauf vor, wenn Sie das erste Mal Ihr Kind zum Untersuchen und/oder der ersten Zahnbehandlung bringen. Man wird dann entsprechende Zeit freihalten, um die verwendeten Utensilien und die Zahnarztpraxis vorzustellen, und ebenso dafür sorgen, dass nicht gleichzeitig einer der wenigen "Schreier" in Behandlung ist.
  • Sollte Ihr Kind plötzlich während der Behandlung Angst bekommen - auch das gibt es hin und wieder auch bei schon "zahnarzterfahrenen" Kindern - , so hilft nur gutes Zureden und eine vorsichtige Erklärung der nächsten Behandlungsschritte in der Kindersprache (z.B. "statt eine Spritze geben", lieber vom "Einschlafen des Zähnchens" sprechen). Keinesfalls sollte die Behandlung gegen den Widerstand der kleinen Person durchgesetzt werden, es sei denn, es handelt sich um eine ärztlich dringend erforderliche Behandlung oder aber, das Kind hat keine Angst, sondern möchte Ihnen gegenüber aus purem Trotz "klarstellen", wer das Sagen hat.  
  • Eine gute Vorsorge - bei der Ernährung und der Mundhygiene - und ein damit verbundenes Bewusstsein für die Wichtigkeit der kleinen Beißerchen lassen auch das Kleinkind schon auf seine Art den Sinn eines Zahnarztbesuches erkennen und bewirken zusätzlich, dass - wenn überhaupt - nur selten gebohrt werden muss. Und selbst dann ist durch die rechtzeitige Erkennung eines kleines kariösen Defektes die Behandlung dieser Veränderung unproblematisch.
  • Eine Zahnarztpraxis ist primär auf die Verhütung und Behandlung von Zahnerkrankungen ausgerichtet. Sie wird sich bei der Therapie der kleinsten Patienten besondere Mühe geben. Aber eines kann sie bestimmt nicht: Ihre häusliche Erziehung ersetzen!

 

zahnärztliche Behandlung unter Voll-Narkose?

Zuweilen wird der Wunsch an eine Zahnarztpraxis herangetragen, zahnärztliche Eingriffe die mit Schmerzen verbunden sind, unter einer Vollnarkose durchführen zu lassen. Aus medizinischer Sicht gibt es - bis auf wenige Ausnahmen - keinen Grund zu einem derartig schweren Körpereingriff:
»  ein entzündeter oder verfaulter Zahn rechtfertigt nicht zur Behandlung einen derartig schweren Eingriff in den wachsenden Organismus
»  Auch ein Kind muss lernen, mit Schmerzen und Ängsten umzugehen und wissen, wie dagegen Abhilfe geschaffen werden kann
»  Zahnarztbesuche müssen in regelmäßigen Abständen lebenslang erfolgen - soll dies dann weiterhin unter Vollnarkose geschehen?

Zahnfüllungen im Milchzahngebiss

 

Im Prinzip bestehen im Milchzahngebiss keine Unterschiede zum Vorgehen wie bei Jugendlichen und Erwachsenen: Die Karies muss vollständig entfernt werden, und es müssen chemische wie statische Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Füllung dauerhaften Halt im Zahn hat.
Da das
Amalgam in den beiden letzten Jahrzehnten - wissenschaftlich nicht nachvollziehbar - in die öffentliche Diskussion geraten ist und andere wirtschaftliche Füllungsmaterialien vorhanden sind, die zwar nicht die Haltbarkeit des Amalgams erreichen aber nach bisherigen Erkenntnissen keinerlei "Nebenwirkungen" haben sollen, wird im Rahmen eines "vorbeugenden Gesundheitsschutzes" empfohlen, auf Alternativen auszuweichen. Meist handelt es sich bei diesen "Alternativen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten" - der Einsatz eines teuren Gold- o. Keramikinlays wäre bei einem nur noch wenige Jahre im Mund verbleibenden Milchzahnes nicht sinnvoll - um Materialien, die im Erwachsenengebiss als Langzeitprovisorien verwendet werden.

 

Kinderprothesen

sind eine selten durchgeführte Behandlung zur Versorgung eines Lückengebisses im Kindesalter infolge kariöser Kronenzerstörung, eines Zahnunfalls oder durch die Nichtanlage von Zähnen. Neben wichtigen funktionellen und sprachlichen Gründen sind besonders kosmetische Wünsche von Seiten des Kindes/der Eltern für eine derartige Behandlung ausschlaggebend. Allerdings lassen sich prothetische Maßnahmen im Kindesalter in der Regel erst dann realisieren, wenn sie sowohl vom kleinen Patienten als auch von der elterlichen Bezugsperson gewünscht bzw. akzeptiert werden. Neben der bei Kindern besonders schwierigen Eingewöhnung sind es vor allem zahntechnische Gründe, welche einen Halt des Zahnersatzes am Restgebiss vor Probleme stellen können. Als Halteelemente werden meist Konstruktionen aus der Kieferorthopädie (Adamsklammern, Knopfankern, Federn und Dreieckklammern) herangezogen.

 

Fluorverbindungen (Fluoride) bieten einen unübertroffenen Schutz vor Karies, indem sie sich zum einen in die Zahnstruktur einlagern und dadurch den Zahn "härten", d.h. äußerst Widerstandsfähig gegen die besonders aus Zucker freigesetzten Säuren machen, zum anderen aber die ständig durch den Speichel ablaufenden Vorgänge der Ent- und Verkalkung auf der Zahnoberfläche positiv beeinflussen.

 

Besucht das Kleinkind einen  Kindergarten sollte Wert darauf gelegt werden, dass von den Erzieherinnen ebenfalls das Zähneputzen in der Gruppe geübt wird und dass der Hort an der Gruppenprophylaxe teilnimmt.


 

Zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr (Wechselgebiss) brechen die ersten bleibenden Zähne durch. Dann heißt es, besonders gut auf die Zahnpflege zu achten, denn diese Kauwerkzeuge werden ein Leben lang gebraucht und tragen erheblich zum Aussehen bei!
Die in der letzten Zeit von der Industrie propagierten speziellen "Junior-Zahnpasten" für diesen Personenkreis sind überflüssig, da die empfohlenen Fluoridaufnahme die gleiche Größe hat wie bei Erwachsenen und eine Gefahr einer (harmlosen) Zahnverfärbung durch Überdosierung nicht mehr besteht.
 

 

Diese Informationen stammen Von der WebPage “zahnwissen.de”- Dr. de Cassan